Wirtschaft? Nein, Politik!

09.09.2014 - 15:35
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Die Politik, bzw. die sie beherrschenden Zentralbanken bestimmen den Preis des Geldes. Geld ist gleich in zweifacher Hinsicht Schlüsselgrösse des Wirtschaftens: Einerseits als Transaktionsbeschleuniger und damit permanenter Begleiter des Tausches und andererseits als Wertmasstab schlechthin. Wenn der Markt seine zentrale Bestimmungsgrösse nicht mehr aus seinem eigenen Geschehen heraus erzeugen kann, muss man nüchtern konstatieren, dass die Marktwirtschaft abgeschafft ist, umso mehr als eine wachsende Zahl anderer Preise 'administriert' sind.

Ebenso interessant ist die Deflationsangst der Zentralbanken: Sie argumentieren, dass der Konsument bei Deflation mit seiner Kaufentscheidung zuwarten würde und damit eine Rezession auslösen könnte. Dem ist entgegenzuhalten, dass auch das Ökonomische einem natürlichen Atmungsprozess unterliegt, das Einatmen und Ausatmen heisst dort 'Konjunktur und Rezession'. Wenn das Politische meint, auf den einen Teil des Atmungsprozesses verzichten zu können, macht sie das, was sie jetzt tatsächlich macht: das Wirtschaftliche ersticken. Ja, es ist hart, wenn der Hamster vom Rad überholt wird, er könnte ins Straucheln kommen, aber wenn er sich dem neuen, langsameren Rhythmus angepasst hat, wird es ihm besser gehen als vorher. Die damit gemeinte Anpassungsrezession würde viel Luft aus der heutigen Blasenökonomie herausführen können und das emsige Arbeiten in den Abgrund würde einem gesunden und wertschöpfenden Arbeiten Platz machen. Das vermeintliche Gespenst 'Rezession' wäre dann das für die meisten Menschen wohltuende Mittel der Entschleunigung. Für den so allgegenwärtig gewordenen 'Stress' muss also nicht die Wirtschaft, sondern die Zentralbankpolitik verantwortlich gemacht werden, die als Handlanger der verschuldeten Staaten die wahren phobischen Wachstumsfetischisten geworden sind. Es sei eingeräumt, dass viele von dieser Krankheit befallen sind und dabei nicht merken, dass sie zum Handlanger eines Ungeheuers geworden sind, das sich hinter schönen Phrasen wie 'öffentliches Wohl' versteckt.

Kommentare

Ich erkenne und verstehe obige Überlegungen und Aussagen als richtig, korrekt, intelligent und mutig.Die heutige Komplexität in Allem zu analysieren und gar zu verstehen ist das Eine, doch Lösungsansätze für unsere aktuellen wie generellen Probleme zu bewirken und zu bewegen, ist das Andere.Ich sehe die Wurzel aller Probleme in der Beschaffenheit des Menschen generell,also in seinem erlernten und umweltbeeinflussten Denken und Glauben und folglich eine sinnvolle Lösung letztlich nur noch in einer anderen, sinnvolleren,zukunftsorientierten wie menschbezogenen Erziehung unserer Kinder.Unsere heutige Gesellschaft ist das Resultat von verschwundenen, wesentlichen und sinnvollen Wertvorstellungen und dem notgedrungenen Verlust von Persönlichkeit und gesundem Menschenverstand.In diesem Zusammenhang habe ich einige Bücher geschrieben,doch nicht alle veröffentlicht.Ich empfinde jedoch Hochachtung zu ihren Gedanken und Aussagen.

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